Ihre Möglichkeiten als pflegender Angehöriger

Dank der Lebensumstände steigt die Lebenserwartung unserer Senioren erfreulicherweise stetig an. So ist das Thema Pflegeheim oder auch die Pflege zuhause meist erst im hohen Alter ein Aspekt. Die Mehrzahl der Senioren möchte so lange wie möglich durch vertraute Personen zuhause gepflegt werden und zieht dies einem Pflegeheim vor.

Nach einer Erkrankung, die im Krankenhaus behandelt werden musste, ergibt es sich oft, dass ein Partner weiter gepflegt werden muss. Nun stellt sich die Frage, wie Angehörige die Pflege zuhause am Besten und auch zur Zufriedenheit der betreffenden Person durchführen können. Wer seinen Partner nicht ein Pflegeheim geben möchte, bekommt heute vielfältige Unterstützung. Ein bekannter Vertrauter, der bei der Pflege zuhause erste wertvolle Tipps geben kann, ist der Hausarzt. Er ist mit allem vertraut, was hilfsbedürftige Personen betrifft.
 
In vielen Bundesländern gibt es sogenannte Pflegestützpunkte der Kommunen oder der Pflegekassen. Sie helfen bei allen Belangen und geben Rat. Vor allem unterstützen sie bei dem doch recht aufwendigen Bearbeiten von vielen verschiedenen Papieren. Dies gilt auch für Anträge auf finanzielle Unterstützung, denn die Pflegeversicherung honoriert den Einsatz durch Zahlung von Pflegegeld. Leider kostet die häusliche Pflege neben der körperlichen und seelischen Belastung, recht viel Geld. Viele Pflegemittel müssen angeschafft werden, die zwar hilfreich, aber auch kostenintensiv sind. Nicht zuletzt zur eignen Entlastung sollte darauf nicht verzichtet werden. Auch bei den Krankenkassen und gegebenenfalls dem Sozialamt können Sie finanzielle Hilfe beantragen.

Wer noch nie oder wenig mit der Pflege von Senioren zu tun hatte, für den bieten sich Pflegekurse der Pflegekassen in Zusammenarbeit mit Altenpflegeschulen und Pflegediensten an. Diese Kurse sind kostenlos und bieten wertvolle Tipps, die Sicherheit im Umgang mit Pflegebedürftigen geben.

Wenn die Pflege einmal durch eigene Krankheit oder andere Umstände nicht möglich ist, gibt es die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen in eine sogenannte Kurzzeitpflege zu geben. Entweder organisiert man für kurze Zeit einen Pflegedienst oder gibt seinen Partner in die Hände einer Pflegeeinrichtung.

Unumstritten ist die Pflege ein enormer Kraftakt, der sehr viel abverlangt und bis an die Grenze gehen kann. Leider droht auch die zunehmende Isolierung, da die Pflege recht zeitaufwändig ist und eine ständige Ansprache gewünscht oder gefordert wird. Dennoch ist es hilfreich, wenn auch die pflegenden Angehörigen ein wenig an sich denken und Erholung und Entspannung suchen. Einige Krankenkassen bieten spezielle Kuren an, bei denen Pflegebedürftige mitreisen dürfen.
 
Vielen pflegenden Betreuungspersonen helfen Selbsthilfegruppen durch intensive Gespräche und Erfahrungsaustausch. In vielen Städten bieten auch Wohlfahrtsverbände oder Beratungsstellen Gruppengespräche für Angehörige an.