Pflege - Eine Belastung?

Einen Angehörigen, sprich ein Familienmitglied, zu pflegen, dürfte nicht nur bei alten Menschen die Realität darstellen. Oftmals kommt man auch völlig unerwartet in eine solche Situation, zum Beispiel nach einem Unfall eines Angehörigen. Doch bei alten Menschen wie auch bei unerwarteten Pflegesituationen trifft es oft den Pflegenden genauso hart. Der Aufwand ist zeitintensiv, kostet eine Menge Energie und Kraft und fordert einen auch psychisch, es kann auch zum Burn-out kommen. Hier und da kann es schon einmal zu viel werden und man hat Stress pur. Doch wie kommt es erst dazu und was ist hier zu tun und wer könnte helfen? Eine derartige psychische Belastung sollte man auf keinen Fall auf die kalte Schulter nehmen, denn sonst leiden alle Beteiligten nur unnötigerweise.

Irgendwann verliert man die Kontrolle und es kommt zu einer Art Explosion, die man dann auch nicht mehr rückgängig machen kann. Zunächst einmal ist es wichtig, sich selbst einzugestehen, dass man überfordert ist und auch seine eigenen Grenzen erkennt. Man muss sich selbst eingestehen können, dass man Hilfe benötigt und sollte diese auch in Anspruch nehmen. Eines sei gesagt: Man ist auf keinen Fall allein! In Deutschland gibt es etwa 2 Millionen pflegebedürftigter Menschen, meist Senioren, und von diesen 2 Millionen wird etwa die Hälfte ausschließlich von Angehörigen gepflegt.

Doch warum kommt man erst in eine solche Situation? Oftmals überschätzt man sich selbst und kennt seine Grenzen nicht gut genug. Schließlich handelt es sich um eine dauerhafte psychische und körperliche Belastung. Pflegen heißt tragen, heben, betten und das rund um die Uhr. Hinzu kommen hier natürlich Gefühle wie Wut und Trauer. Aber auch Hilflosigkeit macht sich dann breit. Hinzu kommt die zeitliche Belastung und auch die finanzielle Belastung. Man fängt an sich zu isolieren und verliert soziale Kontakte, auch eine lobende Anerkennung ist oft nicht gegeben. Kurz: es ist kein Leichtes!

Die schwierige Situation lässt sich nur lösen, wenn man etwas dagegen unternimmt. Man sollte externe Hilfe in Anspruch nehmen, fühlt man sich überbelastet. Eine Einbindung von ambulanten und auch professionellen Diensten kann ebenso helfen, wie eine Aufteilung der Aufgabe unter Verwandten. Auch Haushaltsdienste kann man oft über die Krankenkasse einfordern. Diese können sich als große Hilfe entpuppen.